• hackbretter zithern – norbert c. kaser zum 75ten

    hackbretter zithern –
    norbert c. kaser zum 75ten

    Eine Ausstellung in
    12 Stationen und 24 Gedichten

    Zu sehen bis 31. Dezember 2022

    Der Schriftsteller Erich Hackl schrieb vor fünf Jahren über norbert c. kaser: »Er ist jung gestorben, aber seine Gesammelten Werke füllen drei dicke Bände … Tatsächlich muss man lange nach einem Dichter seiner Zeit suchen, der ihm an Temperament, Beobachtungsgabe und Ausdruckskraft ebenbürtig war.« norbert c. kaser (*19 04 1947 in Bruneck) wäre heuer 75 Jahre alt geworden.

    Er ist 1978 mit 31 Jahren gestorben. Als Autor, der bereits mit 22 Jahren in Brixen dazu aufgerufen hatte, den Tiroler Adler, »wie einen Gigger zu rupfen« und der seine Kritik u. a. in einem lied der einfallslosigkeit formulierte, konnte sich dementsprechend in der Folge nur mit Unterstützung beispielsweise von Paul Flora über Wasser halten. Ständig wechselnde Arbeitsplätze und die damit verbundene – nicht nur materielle – Unsicherheit bringt kaser mit 26 Jahren so auf den Punkt: »die hoffnung auf einen durchbruch habe ich aufgegeben«. Und er hatte recht. Zu seinen Lebzeiten ist kein Buch mit seinen Gedichten oder Prosatexten erschienen.

    Bis 31. Dezember ist die kaser-Ausstellung des Innsbrucker Forschungsinstituts Brenner-Archiv zu sehen.

  • Wiesenhof und Gnadenwalderhof  1945 bis 1949

    Wiesenhof und Gnadenwalderhof
    1945 bis 1949

    Absam als Drehscheibe
    des jüdischen Exodus vor 75 Jahren

    Vortrag

    Wiesenhof in Tel Aviv
    Im August 1951 fand sich im Haller Lokalanzeiger diese kurze Notiz:
    »Erinnerung an Gnadenwald [ =  Absam ]. Sechs ehemalige Insassen des Lagers Wiesenhof, die nach Israel ausgewandert sind und sich in Tel Aviv ein Siedlungshaus erbaut haben, benannten das neue Haus Wiesenhof in Erinnerung an ihren vieljährigen Aufenthalt.«

    Über die humanitäre Lage in Osteuropa, die nach der Befreiung vom Nazismus 1945 tausende überlebende Jüdinnen und Juden oft nur für Stunden nach Absam in den Wiesenhof geführt hat, schreibt der Historiker Thomas Albrich:

    »Grenzverschiebungen, Zwangsumsiedlungen, Antisemitismus und nicht mehr rückgängig gemachte Enteignungen ließen bei vielen Juden den Wunsch nach Flucht, Auswanderung und Neuanfang entstehen. Weg von diesen Stätten des Grauens und einer wenig freundlich gesinnten Umwelt. Dieser Wunsch wurde von einer Reihe jüdischer Organisationen unterstützt, die den dringenden Wunsch der Menschen nach Heimat und Sicherheit in Richtung Palästina – Eretz Israel – lenkten. Auf diese Weise entstand eine der größten organisierten Fluchtaktionen, die es in Europa je gab. Von 1945 bis 1948 wurden etwa 250.000 Juden aus Osteuropa illegal in die westlichen Besatzungszonen geschleust. Rund die Hälfte dieses illegalen Flüchtlingsstromes, 120.000 bis 125.000 Menschen, ging über Salzburg. Davon wiederum gelangten 50.000 über verschiedenste Wege weiter nach Italien.«

    Der Weg von Salzburg Richtung Italien führte für viele über den Wiesenhof in Absam und über das zweite jüdische Fluchtzentrum, das im benachbarten Gnadenwalderhof im Frühjahr 1946 eingerichtet worden war. Beide Hotels waren bis vor dem Anschluss 1938 in jüdischem Besitz gewesen, was die Entscheidung für die Nachkriegsnutzung als Zwischenstationen des jüdischen Exodus aus Europa sicherlich mit beeinflusst hat.

    Eintrittfrei

  • Jüdische Objekte durften nicht gelöscht werden …

    Jüdische Objekte durften nicht gelöscht werden …

    Das Novemberpogrom 1938 in Innsbruck

    In den 1990er Jahren haben sich Hirlanda Micheler aus Obertilliach in Osttirol und Heinz Mayer aus Innsbruck vor dem Mikrofon daran erinnert, was sie von der Pogromnacht am 9. November 1938 in Innsbruck wissen.

    Bereits im Sommer 1938 hatte die Absamer Möbeltischlerei Zoglauer das Möbelhaus der jüdischen Familie Brüll in der Anichstraße 7 »übernommen«. Heinz Mayer war damals bereits inhaftiert … Lange hatte er auch nach der Befreiung mit den Opfern, den Tätern und den Arisierern der ersten Monate der NS-Herrschaft in Tirol zu tun.


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
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