• Salig ist, wer vergisst

    Salig ist, wer vergisst

    Zieglers »Vier Elemente« dienten dem aus Südtirol stammenden Bildhauer Hans Plangger – im NS äußerst erfolgreich – als Blaupause für eine 1944 entworfene Skulptur: Die drei eigenartigst positionierten, angeblich singenden, jungen nackten Frauen schmücken heute als »Salige« den Innsbrucker Stadtpark Rapoldi. Den Auftrag dafür erhielt Plangger 1944 von der »Gauhauptstadt Innsbruck«, realisieren ließ die Skulptur allerdings erst die Innsbrucker Stadtverwaltung in den 1950er Jahren.

    Der Münchner Kunsthistoriker Jochen Meister hat sich intensiv mit der Kunstgeschichte des Nationalsozialismus beschäftigt. Als Mitarbeiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, denen »Die Vier Elemente« von Adolf Ziegler in den 50er Jahren übertragen wurde, kennt er die Diskussionen und Fragen, die der heutige Umgang mit solchen Werken mit sich bringt. Er ordnet Zieglers Bild in seiner Bedeutung ein. Zugleich stellt er die Frage, welche ideologischen Anknüpfungspunkte es zum »Salige«-Brunnen von Hans Plangger gibt.

  • hackbretter zithern – 
norbert c. kaser

    hackbretter zithern – norbert c. kaser

    Der Schriftsteller Erich Hackl schrieb vor Jahren über norbert c. kaser: »Er ist jung gestorben, aber seine Gesammelten Werke füllen drei dicke Bände … Tatsächlich muss man lange nach einem Dichter seiner Zeit suchen, der ihm an Temperament, Beobachtungsgabe und Ausdruckskraft ebenbürtig war.« norbert c. kaser (*19 04 1947 in Bruneck) wäre heuer 75 Jahre alt geworden.

    Er ist 1978 mit 31 Jahren gestorben. Als Autor, der bereits mit 22 Jahren in Brixen dazu aufgerufen hatte, den Tiroler Adler, »wie einen Gigger zu rupfen« und der seine Kritik u. a. in einem lied der einfallslosigkeit formulierte, konnte sich dementsprechend in der Folge nur mit Unterstützung beispielsweise von Paul Flora über Wasser halten. Ständig wechselnde Arbeitsplätze und die damit verbundene – nicht nur materielle – Unsicherheit bringt kaser mit 26 Jahren so auf den Punkt: »die hoffnung auf einen durchbruch habe ich aufgegeben«. Und er hatte recht. Zu seinen Lebzeiten ist kein Buch mit seinen Gedichten oder Prosatexten erschienen.

  • Georg Paulmichl – Literatur aus dem Dunkeln?

    Georg Paulmichl –
    Literatur aus dem Dunkeln?

    Ein Podcast

    Der Schriftsteller und Maler Georg Paulmichl ist im März 2020 gestorben. Seit Ende der 1980er Jahre hatte er – als »behindert« kategorisiert – zusammen mit dem Kunsterzieher Dietmar Raffeiner die ihm als »normal« vorgesetzte Realität mit ihren sprachlichen Details in Gedichten und Miniaturen zur Kenntlichkeit gebracht: »Ich bin nicht behindert, ich kann reden.«

    Gelesen haben
    Rainer Egger und Johann Nikolussi.
    Musik Bert Breit.

  • Claus Gatterer: Tagebücher

    Claus Gatterer: Tagebücher

    Ein Podcast




    Claus Gatterer, geboren 1924 in Sexten in Südtirol, gestorben 1984 in Wien, übersiedelte 1948 als Journalist von Südtirol nach Österreich.
    Er wird Mitarbeiter bei: Salzburger Nachrichten, Die Presse, Die Furche, Die Zeit, Il Mondo u. v. a. Von 1974 bis 1984 leitete Gatterer das kritische ORF-Fernseh-Magazin »Teleobjektiv«.

    Um den Autor Claus Gatterer mehr als 30 Jahre nach seinem Tod als politischen Denker vorzustellen, hätte am 11. März in Wien eine Lesung aus seinen Tagebüchern stattfinden sollen. Dieser Abend ist 48 Stunden vor der Ausschaltung des öffentlichen Lebens in Österreich nicht mehr zustande gekommen und wird jetzt als Podcast nachgeholt.

    Es liest Rainer Egger. Musik von Bert Breit.


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
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Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

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