• Von Plätten, Zillen und Mutzen …

    Von Plätten, Zillen und Mutzen …

    Exkursion in die Absamer Bootswerft

    Schifffahrt auf dem Inn gab es schon zur Zeit der Römer. Und schon um 1200 war der Handel mit Salz ausschlaggebend für so genannte Stapelniederlassungen – also für verbriefte Rechte zum Handel auf dem Inn.

    Der internationale Handel mit dem Absamer Salz aus dem Halltal ist über Jahrhunderte mit Fuhrwerken und Booten auf Flüssen wie dem Inn, dem Rhein und auf dem Bodensee abgewickelt worden.

    Innsbruck–Wien

    Neben dem Salz aus Tirol hat man auch Eisenerz, Silber, Kupfer, Kalk, Holz, Tuche und Tiroler Wein in Schiffszügen flussabwärts bis Wien geschifft. Bei der Rückfahrt transportierte man besonders Weizen, Fleisch und Fett: Unter Führung des Stangenreiters zog auf den Treidelwegen ein Pferdevorspann die Schiffe flussaufwärts.

    Mutze

    Das Gemeindemuseum veranstaltet am Sonntag, 27. Oktober, um 14 Uhr eine Exkursion in die Absamer ( Hobby )-Bootswerft von Ing. Christian Neumann, der sich auch praktisch-technisch ( z. B. mit dem Bau einer Mutze ) mit der Innschifffahrt beschäftigt hat: Dort sind in der in den letzten fünf Jahren insgesamt sechs Boote entstanden, die inzwischen auch in internationalen Gewässern kreuzen. Er wird Sie auch darüber aufklären, mit welchen Materialien und Methoden Holzboote gebaut wurden …

    Anmeldung

    Anmeldung bis 26. Oktober unter 0676 / 84 05 32 700.

    Treffpunkt

    Um 14 Uhr vor der Raika-Eichat (Ecke Salzbergstraße / Eismeerstraße). 

    Eintrittfrei

  • jazz we can mit der jazzband Hi5

    jazz we can mit der jazzband Hi5

    Konzert

    »Minimaler Jazz mit maximaler Wirkung«, so versuchte die Tiroler Tageszeitung den Stil von Hi5 zu beschreiben.

    freiheit

    Am Vorabend des Nationalfeiertags kommen sie wieder in den Dachboden des Gemeindemuseums, um eine Aussage, die vier Jahre vor dem Staatsvertrag des Jahres 1955, nämlich im Jahr 1951 gemacht wurde, musikalisch zu interpretieren:

    »Es ist mehr Vitalität im Jazz als in jeder anderen Kunstform unserer Zeit. Vitalität stammt aus einem Gefühl, das frei ist. Aber Neurotiker fürchten sich, ein freies Gefühl zu erleben. Seit dem letzten Krieg sind wir überwältigt von einem Gefühl der Unsicherheit. Um diese Unsicherheit zu überwinden, wenden sich die Leute rückwärts in glücklichere Zeiten. Wir leben also in einer Zeit der Sehnsucht. Sehnsucht bringt eine Vorwegnahme deines Urteils, weil Du vorher zu wissen glaubst, was später geschieht. Das macht die Leute neurotisch.« ( Lennie Tristano, Cool-Jazzer in DER SPIEGEL am 11. 4. 1951 )

    take[ hi ]five

    Wenn Sie also auch nicht schon vorher wissen wollen, was später geschieht, sind Sie herzlich eingeladen, am 25. Oktober ins Gemeindemuseum zu kommen …

    eintrittfrei

  • Filmnachmittag: »Wir waren nicht bereit mitzumachen«

    Filmnachmittag: »Wir waren nicht bereit mitzumachen«

    Über Desertion, Kriegsdienstverweigerung und Sippenhaft während des Nationalsozialismus in Südtirol.

    Ein Film von Bert Breit aus dem Jahr 1995

    Samstag, 19. Oktober und
    Sonntag, 20. Oktober
    jeweils um 17 Uhr.

    vor siebzig jahren …
    Am 8. September 1943 besetzen nach dem Waffenstillstand der italienischen Regierung mit den Alliierten deutsche Truppen Italien. In den Provinzen Bozen, Trient und Belluno übernimmt der Tiroler Gauleiter Franz Hofer die Herrschaft.

    Die NS-Machtübernahme in Südtirol bedeutet für die Dableiber, die 1939 nicht für eine »Umsiedlung« in das Deutsche Reich gestimmt hatten, zahlreiche Schikanen, Verhaftungen oder Deportation in ein Konzentrationslager.

    einberufung
    Bereits nach wenigen Wochen ordnet Gauleiter Hofer die Einberufung sämtlicher wehrdiensttauglicher Männer der Jahrgänge 1896 – 1926 an. Bei Nichtbefolgung drohen die deutschen Behörden Gefängnis, Todesstrafe und Sippenhaft an: Familienangehörige von Verweigerern und Deserteuren, die Ehefrauen, die Eltern, die Kinder über achtzehn Jahren und die im Haushalt lebenden Geschwister werden festgenommen und in Arbeitsstraflager eingeliefert.

    Trotzdem entziehen sich bis Kriegsende insgesamt fast dreihundert Südtiroler dem Dienst in die deutsche Wehrmacht.

    franz thaler
    Einer von ihnen ist Franz Thaler aus dem Sarntal. Er erhält im März 1944 zusammen mit anderen Dableibern im Alter zwischen sechzehn und fünfzig Jahren den Musterungsbefehl. Dem Einrücken entzieht er sich durch Flucht.

    »Am Montag um drei Uhr früh stieg ich mit den nötigen Lebensmitteln, einer Pfanne, einer Schüssel und einem Löffel im Rucksack auf den Berg.« Bei der Versorgung der Deserteure in den Bergen spielen Frauen eine große Rolle.

    Seine Aufenthaltsorte muss Franz Thaler oft wechseln und mit dem Feuer vorsichtig sein, denn der Rauch hätte sein Versteck verraten können.

    über hall
    Die Polizei setzt inzwischen seine Familie unter Druck.

    »Um den Eltern Kerkerhaft zu ersparen«, stellt er sich. Ein Kriegsgericht in Bozen verurteilt ihn zu zehn Jahren Konzentrationslager. Mit zahlreichen Zwischenstationen – u. a. in Hall, wo er den umseitigen Brief an seine Eltern schreiben kann – wird er in das KZ Dachau eingeliefert …

    1945ff
    Im Krieg verfolgt, nach dem Krieg verfemt und vergessen: in dem Österreich-Bild von Bert Breit aus dem Jahr 1995 wird dieser oft unbeachtete Teil der Tiroler Geschichte thematisiert.

    eintrittfrei


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
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