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Filmnachmittag: »Wir waren nicht bereit mitzumachen«

Über Desertion, Kriegsdienstverweigerung und Sippenhaft während des Nationalsozialismus in Südtirol.

Über Desertion, Kriegsdienstverweigerung und Sippenhaft während des Nationalsozialismus in Südtirol.

Ein Film von Bert Breit aus dem Jahr 1995

Samstag, 19. Oktober und
Sonntag, 20. Oktober
jeweils um 17 Uhr.

vor siebzig jahren …
Am 8. September 1943 besetzen nach dem Waffenstillstand der italienischen Regierung mit den Alliierten deutsche Truppen Italien. In den Provinzen Bozen, Trient und Belluno übernimmt der Tiroler Gauleiter Franz Hofer die Herrschaft.

Die NS-Machtübernahme in Südtirol bedeutet für die Dableiber, die 1939 nicht für eine »Umsiedlung« in das Deutsche Reich gestimmt hatten, zahlreiche Schikanen, Verhaftungen oder Deportation in ein Konzentrationslager.

einberufung
Bereits nach wenigen Wochen ordnet Gauleiter Hofer die Einberufung sämtlicher wehrdiensttauglicher Männer der Jahrgänge 1896 – 1926 an. Bei Nichtbefolgung drohen die deutschen Behörden Gefängnis, Todesstrafe und Sippenhaft an: Familienangehörige von Verweigerern und Deserteuren, die Ehefrauen, die Eltern, die Kinder über achtzehn Jahren und die im Haushalt lebenden Geschwister werden festgenommen und in Arbeitsstraflager eingeliefert.

Trotzdem entziehen sich bis Kriegsende insgesamt fast dreihundert Südtiroler dem Dienst in die deutsche Wehrmacht.

franz thaler
Einer von ihnen ist Franz Thaler aus dem Sarntal. Er erhält im März 1944 zusammen mit anderen Dableibern im Alter zwischen sechzehn und fünfzig Jahren den Musterungsbefehl. Dem Einrücken entzieht er sich durch Flucht.

»Am Montag um drei Uhr früh stieg ich mit den nötigen Lebensmitteln, einer Pfanne, einer Schüssel und einem Löffel im Rucksack auf den Berg.« Bei der Versorgung der Deserteure in den Bergen spielen Frauen eine große Rolle.

Seine Aufenthaltsorte muss Franz Thaler oft wechseln und mit dem Feuer vorsichtig sein, denn der Rauch hätte sein Versteck verraten können.

über hall
Die Polizei setzt inzwischen seine Familie unter Druck.

»Um den Eltern Kerkerhaft zu ersparen«, stellt er sich. Ein Kriegsgericht in Bozen verurteilt ihn zu zehn Jahren Konzentrationslager. Mit zahlreichen Zwischenstationen – u. a. in Hall, wo er den umseitigen Brief an seine Eltern schreiben kann – wird er in das KZ Dachau eingeliefert …

1945ff
Im Krieg verfolgt, nach dem Krieg verfemt und vergessen: in dem Österreich-Bild von Bert Breit aus dem Jahr 1995 wird dieser oft unbeachtete Teil der Tiroler Geschichte thematisiert.

eintrittfrei


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 20 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

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