• Vor dem Verschwinden …

    2015-11-29

    Vor dem Verschwinden …

    Das Fabriksareal am Breitweg in Absam

    Bereits vor 180 Jahren – in Tirol begann damals zögerlich das Fabrikszeitalter – sind die außergewöhnlichen, am Absamer Breitweg hergestellten »Fabrikate« aufgefallen.

    Johann Jakob Staffler liefert 1839 in Tirol und Vorarlberg statistisch, topographisch, mit geschichtlichen Bemerkungen in 2 Theilen eine Beschreibung der »Kapferschen Fabrik« in Absam :

    »Beinknopffabrik des Simon Kapferer und Anton Hueber, seit 1828 mit landesfürstlichem Privileg, beschäftigt im Durchschnitt 130 ( Weibs )Personen, verarbeitet in der Woche 8.000 bis 10.000 Tierklauen. Das sehr hübsche Fabrikat findet ausgebreiteten und lohnenden Absatz im In- und Auslande. Es ist an Güte dem englischen gleich und geht vorzüglich nach Italien und Ungarn.«

    Mit dem Wasser des Absamer Mühlbachs (heute Amtsbach) als Energiequelle werden dort aber auch Schießgewehre, Feuerspritzen (»diese Spritzen leisten vorzügliches«), »Stockschrauben zu allen Längen von zwei bis sechs Zoll Durchmesser und Modelle über hydraulische und andere Werke, Hebel, Pressen« produziert.

    Die Absamer Knopffabrik blieb fast 20 Jahre ohne Konkurrenz. 1860 aber steht der Betrieb still. Gegossene und damit billigere Erzeugnisse aus Mailand werden mit der neuen Eisenbahn kommen und den Markt beherrschen.

    Kurz werden die bereits zweimal erweiterten Fabriksanlagen für eine Weberei genützt und 1894 kauft die Fabrik Alfred Huber, um dort Schuhe zu produzieren.

    Nächstes Jahr aber werden die baulichen Überreste dieser bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Produktionsstätte in Absam spurlos verschwunden sein …

    Vor dem Verschwinden …
    Treffunkt
    Sonntag, 29. November,
    14 Uhr im Gemeindemuseum Absam.
    Anschließend Besichtigung des Fabriksareals mit Fred Huber u. a.

  • Bossa Nova im Jazz

    2015-11-27

    Bossa Nova im Jazz

    Stan Getz Quartett Tribute

    Matthias Legner ( vibes )
    Clemens Rofner ( bass )
    Simon Springer ( drum )
    Raphael Huber ( sax )
    spielen Stan Getz

    Platz Reservierung erbeten
    0 676 / 84 05 32 700

    Rohes Sax mit Hüftschwung …

    Mit dem neuen zeit­lupigen Stolpersamba, der nach Luxus und Lässigkeit mit Hüftschwungrhythmus klingt, war 1964 in Brasilien Schluss.

    Ein Militärputsch zwang zahlreiche Musiker des 1958 »erfundenen« Bossa Nova in die USA ins Exil.

    Dort trafen sie auf Kollegen wie Charlie Byrd und Stan Getz, die noch das demokratische Brasilien besucht hatten – und zwar genau wegen dieser neuen, seltsam sprunghaften und doch in sich kreisenden Musik.

    Stanley Gayetzsky, aus dem später Stan Getz wurde, war mit dem Exil vertraut, seine Eltern waren 1903 aus Kiew auf der Flucht vor den zaristischen Pogromen Richtung Amerika aufgebrochen.

    Sein rohes Saxofon ergänzte genial die portugiesischsprachige Säuselstimme von Vokalistinnen wie Astrud Gilberto. Ihr gemeinsames Album Getz  / Gilberto, das sie in nur zwei Tagen zusammen mit João Gilberto und Antônio Carlos Jobim in New York einspielten, wurde auch ihr größter Erfolg: mit Girl from Ipanema blieb es 96 Wochen in den amerikanischen Hitparaden.

    Album verschoben

    This enormous success of his Brazilian music zwang dann das Stan Getz Quartett 1964 die Veröffentlichung ihres neuen Albums nobody else but me zwei Jahre zu verschieben. Und dieses Album, auf dem u. a. der damals 21-jährige Gary Burton Vibes spielt, stellen vier junge Jazzmusiker ins Zentrum ihres stan-getz-quartett-tributes in Absam : Bossa Nova im Jazz gespielt von Matthias Legner ( vibes ) Clemens Rofner ( bass ) Simon Springer ( drums ) Raphael Huber ( sax ).

    Platz Reservierung erbeten 0 676 / 84 05 32 700
    Eintritt frei

  • Die Hausnummer

    2015-11-16

    Die Hausnummer

    Eine Geschichte von Ordnung und Unordnung

    Vortrag von Anton Tantner

    Wo die Seelen wohnen … Der absolutistische Staat im 18. Jahrhundert will Soldaten aus- und Steuern einheben, dazu muss er aber wissen, wo exakt die Seelen (seiner Untertanen) wohnen.

    So wird vor 248 Jahren in Tirol mit der Nummerierung von Häusern begonnen. Die Hausnummer wird zwar an den Häusern angebracht und die erste Rekrutierung gelingt auch, allerdings kommt es in den Fürstbistümern Brixen und Trient zu massiven Tumulten:

    Kaiserliche Symbole werden zerstört, die Konskriptionssäulen, die die Grenzen der einzelnen Militärbezirke anzeigen, werden ausgerissen. Bauern rufen Versammlungen ein, löschen die Nummern von ihren Häusern und sind damit erfolgreich: Joseph II. lenkt in seinem letzten Regierungsjahr ein …

    Selbstverständlich

    Klein und unscheinbar hat sie sich an den Häuser festgemacht: die Hausnummer. So selbstverständlich ist sie im Alltag geworden, dass man nicht auf die Idee kommt, sie könnte eine Geschichte haben. Ihren Siegeszug erlebt die Hausnummer im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung.

    Sie wird nicht etwa deshalb eingeführt, um den Menschen in den Städten und Dörfern die Orientierung zu erleichtern, oder um besonders zuvorkommend gegenüber Reisenden zu sein – ihre Herkunft führt mitten in das Herz des aufkommenden modernen Staats mit seinen Zentren Militär, Fiskus und »Policeywissenschaft«:

    Die Hausnummerierung ist ein Mittel zur Adressierung, die Nummer weist jedem Haus eine eigene, unverwechselbare Stelle zu und soll den staatlichen Zugriff auf die darin lebenden Untertanen ermöglichen …

    Anton Tantner ist Historiker an der Universität Wien und hat im Jahr 2007 eine kurze Geschichte der Hausnummer geschrieben (vergriffen). Heuer hat er ein Buch über Adressbüros, Fragämter und Intelligenzcomtoirs – also die ersten Suchmaschinen – publiziert (am Büchertisch erhältlich).


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
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