• Historische Nieten – Blue Jeans und Eiffelturm

    2016-09-02

    Historische Nieten – Blue Jeans und Eiffelturm

    Ein Vortrag

    Vortrag
    Freitag, 2. September um 20 Uhr und
    am Sonntag, 4. September um 16 Uhr

    Indigo, Stahl, ein englischer Gärtner, der Panamakanal, Buttenheim, Paris, Nimes, Genua … und die Moderne.
    EINTRITT frei

    Der Soziologe Max Weber hat 1919 über die Veränderungder Welt durch Industrie und Technik folgendes geschrieben: »Die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung bedeutet also nicht eine zunehmende allgemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht. Sondern sie bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran: daß man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren könnte, daß es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbaren Mächte gebe, die da hineinspielen, daß man vielmehr alle Dinge – im Prinzip – durch Berechnen beherrschen könne. Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt.« Diese Entzauberung war aber nicht nur eine intellektuelle Leistung, sondern auch eine Folge der modernen Warenwelt.

    Als vor 129 Jahren, im Jänner 1887, die Bauarbeiten für den Pariser Eiffelturm begannen, waren seine Tage eigentlich schon gezählt: Zwei Jahrzehnte sollte dieses nutz- und vor allem geheimnislose Bauwerk für die französische Ingenieurskunst werben – als Bauwerk, das sich selbst erklärt – und dann ab in Richtung Schrottpresse … Aber es kam ganz anders.

    Bereits 15 Jahre vor dem Turm wurde ein anderes Symbolder Moderne patentiert. 1872 hatte das Patentamt in Washington ein Dokument für eine Hose, deren Taschen mit Nieten verstärkt waren, ausgestellt. Inhaber des Patents waren die beiden Schneider Levi Strauss und Jacob Davis.

    Turm und Hose sind zu Ikonen der Moderne geworden. Was die beiden miteinander zu tun haben, erfahren Sie am Freitag, 2. September um 20 Uhr und
    am Sonntag, 4. September um 16 Uhr im Gemeindemuseum Absam.

  • »Ich baue Wohnungen und keine Konservenbüchsen«

    2016-08-26

    »Ich baue Wohnungen und keine Konservenbüchsen«

    Die Weissenhofsiedlung in Stuttgart – Vortrag

    In der Weissenhofsiedlung in Stuttgart haben 17 Architekten unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe 1927 eine Mustersiedlung gebaut. Sie sollten die Frage beantworten, wie künftig gewohnt und gelebt werden kann. In wenigen Monaten entstanden insgesamt 63 Wohnungen.

    Das Konzept war: Häuser sollten nicht mehr der Repräsentation dienen, sondern im Zentrum standen Bedürfnissen der Bewohner – vor allem Luft und Licht sollten sie bieten.

    Die Tuberkulose anstelle von verschnörkeltem Jugendstil prägte die Planung: würfelförmige, schmucklose Gebäude mit großen Fenstern und Dachterrassen. Die Nationalsozialisten diffamierten die Siedlung als »Araberdorf«, im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der Häuser zerstört.

    Mies van der Rohe ging bei seinen Überlegungen zur Weissenhofsiedlung von einer »Plastik« aus. Er wollte ein neues Lebensgefühl schaffen mit der Vermittlung von fließendem Raum von Innen nach Außen.

    Sein Motto war: »Ich baue Wohnungen und keine Konservenbüchsen. […] Ich halte es dort am Weißenhof für notwendig, einen neuen Weg einzuschlagen, da ich mir bewusst bin, dass ein neues Wohnen sich über die 4 Wände hinaus auswirken wird. Hier kommt es nicht darauf an, einen mustergültigen Bebauungsplan im alten Sinne aufzustellen, sondern ich will wie im Bauen, so auch hier Neuland erobern. Darin sehe ich überhaupt den Sinn, den einzigen unserer Arbeit.«

    So wurden zum Beispiel die Forderungen der Medizin der 1920er Jahre nach Berücksichtigung der Hygiene im Wohnungsbau, nach der Möglichkeit Luft- und Sonnenbäder direkt bei der Wohnung zu nehmen, tägliche Gymnastik im Zusammenhang mit dem Bad zu betreiben, von nahezu allen Architekten zum Kern ihrer Entwurfsidee gemacht.

    Peter Behrens ordnete bei jeder Wohnung eine Terrasse oder einen großen Balkon an, damit die Tuberkulose-Kranken der Familie an der frischen Luft gebettet werden konnten. Und Hans Scharoun plante für sein Haus am Weissenhof einen fast freistehenden Küchenblock, von dem man in den 60er Jahren meinten, man hätten ihn gerade neu der Menschheit geschenkt.

    Doch das alles galt den Traditionalisten nichts. Sie sahen das flache Dach und sahen rot. Der sich als Rassentheoretiker versuchende Architekt Paul Schultze-Naumburg meinte gar, nur das schiefe Dach sei »nordisch-germanisch«, das flache Dach sei »undeutschen, kleinasiatischen oder gar noch südlicheren und verruchteren Ursprungs.«

    In der Folge waren nicht nur die kurze moderne Phase des Tiroler Architekten Lois Welzenbacher von der Weissenhofsiedlung beeinflusst, sondern ihre Spuren reichen bis zur Gegenwart.

    So bezieht sich der Pritzker-Preisträger 2016, der chilenische Architekt Alejandro Aravena, mit seinem partizipatorischen Elemental Design-Manual für 7500-Dollar-Häuser explizit auf die Bauten in Stuttgart, denn ein halbes Haus ist bedeutend mehr als ein kleines Haus …

  • Fotogalerie Maultrommel spielen

    2016-08-21

    Fotogalerie Maultrommel spielen

    In fünf Minuten zum guten Ton


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

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Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

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0 676 / 84 05 32 700
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