• Blutige Sonntage im Sommer 1914

    Blutige Sonntage im Sommer 1914

    Eine Lesung

    Es lesen Gerd Jenewein und Matthias Breit

    Im Jahr 2014 wird alle zwei Wochen an einem Montag in Mils, Absam, Thaur und Rum aus einem Kapitel von Manfried Rauchensteiners Buch »Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie« vorgelesen.

    Die Orte der Lesungen wechseln – im Gasthaus, in der Bücherei, in der Schule, im Museum, im Gemeindeamt gibt es die Möglichkeit, das Buch von Manfried Rauchensteiner als Diskussionsgrundlage zu nutzen.

    Es geht um Politik, Gesellschaft und Krieg, um Krieg als Ausnahmezustand und als Normalität und um die Rolle der Geschichte für die Gegenwart.

    krieg in tirol

    Ein Blick auf die Liste der im Ersten Weltkrieg Gefallenen oder Vermissten aus den vier Orten Mils, Absam, Thaur und Rum – über 140 Männer – zeigt, dass dieser Krieg Spuren bis tief in die Provinz gezogen hat. Wurde dieser Krieg doch nicht nur auf Schlachtfeldern, sondern auch hinter der Front in den Fabriken, auf Bauernhöfen, in Banken, in Geschäften, in den Zeitungen und von der Kanzel geführt.

    kein hinterland

    Der industrielle Krieg mit Massenarmeen war auf längere Zeit ohne die Mobilisierung der gesamten Gesellschaft nicht durchzuhalten. Auch das Hinterland war Teil der Front – kleinste Gemeinden wie Mils, Absam, Thaur oder Rum wurden von der Kriegswirtschaft erfasst und Teil der Kriegsgesellschaft. Im Februar geht es bei den Lesungen in Absam und Rum um die Stimmung des »Jetzt oder nie« im Sommer 1914 …

    eintritt frei

  • Es begann mit F-U-N

    Es begann mit F-U-N

    101 Jahre Kreuzworträtsel – Ein Vortrag

    Am 21. Dezember 1913 erschien in der Sonntagsausgabe der »New York World« das erste Kreuzworträtsel der Welt.

    Das Rätsel eroberte binnen kürzester Zeit hunderte Zeitungen und Zeitschriften – und verbreitete sich bald darauf in zig Ländern. Sein Erfinder, Arthur Wynne, erklärte bescheiden: »Alles, was ich gemacht habe, war, eine Idee, die so alt ist wie die Sprache selbst, zu benutzen und nur durch die Einführung von schwarzen Feldern zu modernisieren.«

    Die Sprache als Kettenreaktion ist bis heute aktuell: Jedes ausgefüllte Feld erleichtert die Aktivierung des nächsten, bis am Ende alles immer klarer wird.

    So quälend kryptisch sie auch seien, das Beruhigende an Kreuzworträtseln ist, dass mit Sicherheit eine Lösung existiert.

    Bei echten Schachpartien hingegen, in der Kunst und im Leben gibt es oft keine Lösung. Und man erst weiß, ob es eine gibt, wenn man sie gefunden hat. Am Ende können Sie selbt ein Kreuzworträtsel erstellen.

    Sonntag, 2. Februar
    jeweils 16 Uhr

  • Krieg am Galgen

    Krieg am Galgen

    Massenhinrichtungen und Gewalt in Fotos aus dem Ersten Weltkrieg

    Ein Vortrag von Anton Holzer

    Die Hinrichtung von Zivilisten durch Angehörige der k.u.k. Armee in Galizien (Ukraine) war das Motiv einer Fotopostkarte, die das Fotoatelier Matthias Seebauer in Wien hergestellt und vertrieben hat.

    »Der Krieg der österreichischen Armee begann mit Militärgerichten. Tagelang hingen die echten und die vermeintlichen Verräter an den Bäumen auf den Kirchplätzen, zur Abschreckung der Lebendigen. Aber weit und breit waren die Lebenden geflohen.«
    (Joseph Roth, Radetzkymarsch)

    Der angeblich so heroische Weltkrieg 1914 –1918 hat eine dunkle Kehrseite. Zehntausende unschuldiger Zivilisten wurden während des Ersten Weltkriegs im Osten und Südosten Europas als angebliche »Spione« am Galgen hingerichtet, es kam zu zahlreichen Massakern an unbeteiligten Zivilisten. Bis heute ist wenig über diesen brutalen Krieg der k.u.k. Armee gegen die Zivilbevölkerung bekannt.

    Karl Kraus war einer der wenigen, die in der »Fackel« und in den »Letzten Tagen der Menschheit« explizit auf diese Gewalttaten hingewiesen haben. Er hat die Übergriffe als »Austrian Brutalities« bezeichnet. Die österreichischen Historiker hingegen haben dieses heikle Thema bis heute »vergessen«.

    Die schriftliche Quellenlage ist dürftig. In ost- und südosteuropäischen Archiven finden sich aber – von der Forschung bisher nicht beachtet – zahlreiche Fotografien, die die Gewalttaten in erschreckenden Detailaufnahmen zeigen. Ausgehend von diesen Fotografien beschäftigt sich der Fotohistoriker Anton Holzer in seinem Vortrag mit den visuellen Spuren lange tabuisierter Gewalttaten. Müssen wir, so fragt er, hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, nicht unser Bild des Krieges grundlegend revidieren?

    Anton Holzer, geb. 1964, Dr. phil., Herausgeber der Zeitschrift FOTOGESCHICHTE, arbeitet als Fotohistoriker, Publizist und Ausstellungskurator in Wien. Publikationen und Forschungen zur Geschichte der Fotografie.

    Bücher zum Ersten Weltkrieg:

    Die andere Front. Fotografie und Propaganda im Ersten Weltkrieg, Darmstadt, 3. Aufl. 2012 (Primus Verlag)
    und
    Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914 – 1918, Darmstadt, 2. Auflage 2014 (Primus Verlag).

    Vor kurzem erschien:
    Die letzten Tage der Menschheit. Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus, Darmstadt 2013 (Primus Verlag).

    www.anton-holzer.at


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
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