• Jacob Stainer und der Wahnsinn

    Jacob Stainer und der Wahnsinn

    Eine Veranstaltung 
    des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum  
    in Kooperation mit dem Gemeindemuseum Absam
    Es liest Johann Nikolussi, Kommentare: Matthias Breit  
     
    Dass Jacob Stainer an seinem Lebensende an einer psychischen Krankheit gelitten hätte, diese Legende stützt sich letztlich auf einige wenige, in ihrem Aussagewert sehr zweifelhafte Quellen:  
     
    So heißt es 1680 in einer Aufstellung von Ausgaben des Münchner Hofes – Stainer arbeitete seit 1679 an Instrumenten für diesen Auftraggeber: er sei mit dem angebotenen Preis nicht zufrieden und sei kürzlich »ganz sinnlos« geworden.  
     
    Als besonders aussagekräftiger, greifbarer »Beweis« für diese Legende dient seit über 150 Jahren ein einfaches Brett. Walter Senn schreibt in seiner Stainer-Biografie: »Die Erzählung überliefert, man habe den Meister in seinem Wahnsinnszustand an eine Bank gefesselt, deren Sitzbrett heute noch erhalten ist.«  
     
    Und auch der Regierungsrat Benedict von Sardagna, der mehr als einhundert Jahre nach Stainers Tod in Absam recherchiert hat, berichtet 1792: »Man zeigt in seinem Haus zu Absam an einer hözernen Bank noch ein Loch, das in der Absicht gemacht worden seyn soll, um durch dasselbe ihn anzubinden.«

    Ein Ereignis, das Anlass sein könnte, über eine psychische Erkrankung Stainers zu sprechen, wird aber konsequent ausgeblendet: Der Ketzerei-Prozess gegen ihn in den Jahren 1668/69,   in dessen Verlauf er zweimal in Haft genommen wird.  
     
    Daher wird in der Veranstaltung u. a. der Frage nachgegangen werden: Steht der Vorwurf des Wahnsinns in einem Zusammenhang mit dem Vorwurf der Ketzerei?  
     
    Anschliessend um 19 Uhr spielt Annegret Siedel (Violine Jakob Stainer) 
    Musik von »Bachs Wegbereitern« (Westhoff, Biber, Bach u. a.) 

    Die international renommierte Barockgeigerin Annegret Siedel zeigt in ihrem Solo-Recital eindrucksvoll, dass Bach in seinen Solowerken für Violine an eine große Tradition solistischer Violinmusik anschließt. Für ihre spannende Erkundungstour durch das barocke Violinrepertoire kann sie auf ein exquisites Instrument zurückgreifen: eine Violine des Absamer Meisters Jakob Stainer, dessen Instrumente Maßstäbe setzten und dem Klangideal der Barockzeit ideal entsprachen. Annegret Siedels Violinspiel ist durch Stilsicherheit, Virtuosität und feinen Klangsinn charakterisiert. Das Programm umfasst Raritäten ebenso wie zentrale Werke der Geigenliteratur.   
     
    Karten zu € 19./16.-/10.- an der Museumskassa Ferdinandeum und an der Abendkassa

  • Outdoor in Vill

    Fahrradexkursion

    Wohnen in der Latènezeit am Goarmbichl in Vill
    Archäologie und Zeitgeschichte

    Fahrradexkursion mit Univ.-Prof. Mag. Dr. Roland Steinacher
    vom Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik der Universität Innsbruck

    Start um 13 Uhr beim Gemeindemuseum Absam.
    Dauer ca. drei Stunden

  • Die Natur der Zukunft

    Die Natur der Zukunft

    Ein Abend mit dem Biologen
    Bernhard Kegel

    Buchpräsentation und Vortrag

    Vor sechs Jahren hat der Berliner Biologe Bernhard Kegel bereits über die Herrscher der Welt ( gemeint waren Mikroben und Viren ) im Gemeindemuseum gesprochen.

    Am 15. Oktober kommt er mit seinem neuesten Buch wieder nach Absam. Thema ist die Tier- und Pflanzenwelt in Zeiten des Klimawandels, also die Natur der Zukunft. Sein gleichnamiges Buch beginnt Kegel zwar erfreulicherweise mit Schnee, aber nicht mit Tirol.

    Trotzdem kommt er bald auf Innsbruck zu sprechen, und zwar, wenn es um das Thema Invasionen und Klima geht:
    Die in Afrika und Asien beheimatete Papageienart des Halsbandsittichs ( Psittacula krameri ) ist im vergleichsweise kalten Mitteleuropa längst zum Brutvogel geworden. Innsbruck war aber Vorreiter. 1978 entkam aus einer Villa in Saggen ein Halsbandsittich-Paar, das mit Hilfe eines Pensionisten und der wärmenden Lüftungsschächte des Kongresshauses bis Anfang des Jahrtausends eine kleine Population ausbilden konnte.

    Bernhard Kegel: »In der warmen Zukunft, die uns bevorsteht, wird die Heizwirkung eines Lüftungsschachtes wohl nicht mehr benötigt … Viele wärmeliebende Arten leben schon mitten unter uns, vor allem in den urbanen Räumen. Sie werden sich ausbreiten.«

    Tiere und Pflanzen reagieren bereits auf die Erwärmung, sie werden seltener, weil sie mit den Veränderungen nicht mitkommen, oder sie werden häufiger, weil sie in neue Territorien vordringen und diese besiedeln.

    Bernhard Kegel erinnert auch daran, dass Flora und Fauna uns etwas Entscheidendes voraus haben: »Sie haben schon mehr als einmal Erfahrungen mit sich verändernden globalen Klimata gemacht … Für die Menschen ist das weitgehend Neuland.«

    eintrittfrei

  • 12 schuech hoch und zwen zendt und maußfarb …

    12 schuech hoch und
    zwen zendt und maußfarb …

    Der Elefantentransport 1552

    Sonntag 3. Oktober – 15 Uhr

    Anmeldung 0 676 / 84 05 32 700 oder mats.breit@mac.com
    Treffpunkt Fussgänger-Innbrücke Hall

    Es war sicherlich auch viel Absamer Volk am Hafen in Hall, denn »anno 1552 am 22. Januarii ist Erzherzog Maximilian, erwölter Kinig zu Behaim, zu Hall hie auff das Wasser des Innstrams mit etlichen scheffn hinab gfarn auff Wien, zue seinem herrn Vatter … Hochgedachter Maximilian hat auch mit im pracht aus Hispania ain Elephanttn, ist 12 schuech hoch gewesen und zwen zendt, ainer ellen lang und maußfarb.«

    So hat ein Haller Chronist über den Elefanten-Schiffstransport ab Hall vor 469 Jahren berichtet.

    Im heutigen Hotel und Restaurant »Elephant« in Brixen hatte der Tiertransport 1551/52 vor der Brennerüberquerung einige Tage haltgemacht.
    Der Historiker und heutige Wirt des »Elephanten«, Hans Heiss, schreibt über das bis heute an seinem Hotel existierende Wandbild ( Ausschnitt vorne ):

    »Das Tier wirkt wie ein Wahrzeichen für die überseeische Welt, die sich gegen den Einbruch weniger Eroberer nicht zu behaupten vermochte«, denn, »wie kaum ein anderes Lebewesen repräsentiert der Elefant den Beginn einer kolonialen Expansion, die vor Amerika vor allem die afrikanische Nordwest- und Ostküste sowie den indischen Subkontinent erfasste. Auch verkörperte er die Macht der Fürsten, die sich die fernen Territorien mit ihrem unermesslichen Reichtum unterworfen hatten. Der Elefant war also ein Schlüsselsymbol für die Globalität und anbrechende Neuzeit, zudem war seine Größe der adäquate Ausdruck eines neuen Machtanspruchs von Fürsten und Herrschern

    Mehr über den Elefanten, seine Bedeutung und Maximilian II. an zwei Sonntagnachmittagen vor Ort am Haller Hafen.


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
BIC: RZTIAT 22200

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