• Was Sie schon immer über Stainer wissen wollten,

    2016-03-05

    Was Sie schon immer über Stainer wissen wollten,

    aber bisher nicht zu fragen wagten

    Führung mit Hörexperimenten

    Samstag 5. und
    Sonntag 6. März

    jeweils um 16 Uhr

    Fingerabdruck aus Holz

    Über Jacob Stainers Leben wissen wir wenig –  das früheste schriftliche Dokument, eine banale Rechnung für die Reparatur einer Geige, stammt aus dem Jahr 1644 . Die großen Lücken in seiner Biografie wurden im 19. Jahrhundert – Stainer wurde als »Vater der deutschen Geige« nationalisiert – mit zahlreichen Legenden gefüllt.

    Und auch seine Instrumente geben, nur von außen betrachtet, wenig von seinem Konzept preis – die Legende von den Stainer-spezifischen Löwenköpfen (anstatt der Schnecke) gehört schon längst eingemottet.

    Auch, dass alle seine Decken »hoch gewölbt« seien, beschreibt nur ungenau, was die Idee von Jacob Stainer ausgemacht hat.

    Grenzgänger

    Ein Merkmal jedoch, das Stainers Instrumente z. B. von denen aus Cremona (Amati, Stradivari, Guaneri) unterscheidet, ist die variierende Holzstärke bei seinen Decken und Böden – also etwas, das man Instrumenten, die in Vitrinen ausgestellt sind, niemals ansehen könnte.

    Rudolf Hopfner, der Direktor der Sammlung alter Musikinstrumente im Kunsthistorischen Museum Wien, schreibt: »Bei den klassischen italienischen Arbeiten, vor allem jenen Stradivaris, sind die Deckenstärken in der Mitte und am Rand annähernd gleich. Anders bei Stainer, der einem stärkeren Zentrum […] einen dünnen Rand gegenüberstellt. Mit Stärken unter zwei Millimeter geht er im Bereich der Hohlkehle an die Stabilitätsgrenze des Fichtenholzes. Physikalisch gesehen ähnelt dieses Konzept einer Lautsprechermembran, die am Rand eine flexible Aufhängung besitzt.«

    Spürbar

    Bei unseren Führungen zeigen wir Ihnen eine Art Fingerabdruck von Jacob Stainer : der Vergleich der Holzstärke einer Stainer- und einer Stradivari-Violine macht Stainers Konzept sichtbar. Außerdem demonstrieren wir auf einfachste Weise (wenn Sie wollen, auch an Ihrer Schläfe) den unvorstellbar großen Einfluss des Holzes auf den Klang … u.v.m.

    Führung mit Hörexperimenten

    Samstag 5. und
    Sonntag 6. März
    Samstag 12. und
    Sonntag 13. März

    jeweils um 16 Uhr Eintrittfrei

  • Hedwig und Agnes

    2016-02-26

    Hedwig und Agnes

    Radiofeature von Bert Breit

    Freitag 26. Feb 20 h
    Sa 27. und So 28. Feb 16 h

    Vom Wohnzimmer aus

    Hedwig und Agnes, 1912 und 1917 geboren, haben kaum jemals ihren Tiroler Geburtsort Imst verlassen.

    Dennoch wissen sie viel von der Welt und machen sich ihren eigenen höchst eigenwilligen Reim auf die ungeheuren politischen, sozialen und religiösen Veränderungen, die sich zwischen 1918 und 1988 »da draußen« zugetragen haben.

    »Vom Wohnzimmerfenster aus haben wir immer auf die Hauptstraße hinuntergeschaut, das war unser Fernseher«, sagen die beiden Schwestern.

    Was sie beobachtet haben, ordnen sie in ein Weltbild ein, das von einer gleichermaßen hohen wie unkonventionellen Moral geprägt ist.

    33 Stunden

    Im konkreten Fall sprach Bert Breit mehr als 33 Stunden mit Hedwig und Agnes, die meiste Zeit verbrachte er am Tisch in der Küche der beiden alten Frauen, alle tranken Tee und aßen Süßigkeiten, bis nicht mehr allein die Forschere der beiden den Ton angab, sondern auch die Scheuere es wagte, mit ihren Versionen der gemeinsamen Geschichten aus der Deckung zu kommen.

    … Die eine erzählt, warum ihre Schwester und sie als Jungfrauen alt geworden sind. Unberührt beide, aber nur eine ungeküsst. Denn die andere hatte sich in der Besatzungszeit in einen marokkanischen Soldaten verliebt, es fehlte nicht viel, und man hätte Hochzeit gefeiert, aber dann kam es eben doch nicht dazu. Agnes und Hedwig reden über ihre Mutter, die dem Vater nach acht Kindern kein weiteres mehr gebären wollte und deshalb kategorisch ablehnte, ihm zu Willen zu sein, was die beiden Töchter mit unterschiedlich großem Verständnis erörtern.« (Christian Seiler)

    Eintritt frei

    Hedwig und Agnes
    ORF 1988, 55 Minuten
    Regie: Bert Breit
    Technik: Günter Schranz
    Sprecher: Günter Lieder

  • Zum 190. Geburtstag

    2016-02-14

    Zum 190. Geburtstag

    Themenabend Walpurga Schindl

    Zum 190. Geburtstag
    von Walpurga Schindl
    am 16. Februar 2016

    Themenabend in der Bogner-Veranda
    am Freitag 12. Februar
    um 20 Uhr

    und im Gemeindemuseum Absam
    am Sonntag 14. Februar
    um 16 Uhr

    Es liest Julia Posch
    Musik Anna Widauer (voc)
    und Tobias Steinberger (perc)

    Zum Geburtstag

    Ihre Lage hat die Absamer Schriftstellerin Walpurga Schindl (1826 – 1872) klar erkannt: »Nichts findet in der Welt so vielen Tadel als ein Mädchen, das sich mit Poesie beschäftigt, (…). Dieser Tadel kann nur Unverstand, Böswilligkeit oder Härte sein; denn wo soll denn das Herz hin, wenn es mit seinen Gefühlen auf sich selbst verwiesen ist, wenn es diese Gefühle nicht einmal aussprechen darf, wie und auf welche Weise es will?«

    Schließlich lebte sie in Tirol, das nicht nur Mitte des 19. Jahrhunderts eine von Männern dominierte Gesellschaft gewesen ist. Ihre Enttäuschung über die einzige einer Frau zugestandene Perspektive – Arbeitsamkeit und Ordnungsliebe als Maßstäbe für »das Weib als Hauswirtin« – hat sie offen auch in ihren Gedichten formuliert: »Was ist denn Böses / Wenn Liebe oder Leid ich such' zu schildern?«

    Formal mag ihr Werk heute antiquiert erscheinen, trotzdem liefert vieles, was sie formuliert hat, eine treffende Beschreibung der Tiroler Gesellschaft (nicht nur) ihrer Zeit: »Schmollende Abgeschlossenheit und hartnäckiges Insichverharren«.

    Perspektivenwechsel

    Trotzdem wird bis heute Walpurga Schindl, die im Gegensatz zu den literarisch begabten Frauen ihrer Zeit weder dem Adel noch dem Bürgertum entstammte, vor allem aufgrund einiger Briefe wahrgenommen, die die Mutter des späteren Kaisers Franz Joseph an sie geschrieben hat …

    Inhaltsangabe

    Neben den Ritornellen (ritornello = Wiederkehr des Reimes aus der ersten Zeile in der dritten) und Sprüchen von Walpurga Schindl wird es um die Frage gehen, wie sie – jenseits der damals für Frauen bestimmten Lektüre von Gebetbuch und Hauskalender – mit der Literatur ihrer Zeit in Kontakt gekommen ist.

    Eintritt frei


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 19.30 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
BIC: RZTIAT 22200

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