815_geige
815_gang_og
815_film
815_federn

Von der Lesemaschine Buch

Ein nicht nur typografischer Abend

Ein nicht nur typografischer Abend


in der Buchhandlung Riepenhausen

Im Juli 1888 inseriert Hugo Flora die Eröffnung seiner Druckerei am Unteren Stadtplatz in Hall: »Durch eine Anzahl moderner Entwürfe bin ich in den Stand gesetzt, jede mir übertragene Arbeit auf's geschmackvollste auszuführen. Mit der Bitte, sich vorkommenden Falles meiner gütigst zu erinnern, zeichnet hochachtungsvoll, Obiger«

Der Geschmack jedoch ist inzwischen bei der Buchgestaltung längst über Bord geworfen worden, geht es doch beim Buch um mehr – nämlich um die »materielle Optimierung des Übergangs verschriftlicher Gedanken ins Verstehen« (Roland Reuß).

Leseraum

Schon vor Jahrhunderten ließ man in handgeschriebenen und – nach Gutenberg – gedruckten Büchern Raum für Stichwörter und Bemerkungen (Marginalien), denn so konnten Textstellen kommentiert, bezeichnet und so das Buch individuell benützt werden.

Vor rund 75 Jahren war es die Zigarettenpackung, die die Buchgestaltung und -produktion zu prägen begann. George Orwell hält den Leseunwilligen mit ihrem Argument vom »teuren Buch« 1946 in seinem bemerkenswerten Essay Books v. Cigarettes (Bücher oder Zigaretten) entgegen, Lesen sei doch wesentlich billiger als Rauchen.

Und Allen Lane, der legendäre Gründer von Penguin Books, die das Taschenbuch massentauglich machten, hatte seine Berechnungen für den Preis eines Paperbacks (Taschenbuchs) auf genau dieser Grundlage vorgenommen: Ein preiswertes Penguin-Taschenbuch dürfe nicht mehr kosten als eine Packung Zigaretten.

Dreidimensional 

Wenn heute die Lese­­industrie versucht, das Buch auf das Zweidimensionale (eBook) zu reduzieren, treten die für das Verstehen wesentlichen Parameter der dreidimensionalen Lesemaschine Buch umso deutlicher hervor: Haptik und Farbe des Papiers, Format, Satzspiegel, Grund- und Auszeichnungsschrift, Schriftgröße, Zeilenlänge und -abstand etc.

Und genau darum wird es am 28. Februar ab 19 Uhr in der Buchhandlung Riepenhausen in Hall gehen … mit praktischen Hinweisen nicht nur für Lesende, sondern auch für Schreibende.

Eintrittfrei


GemeindeMuseumAbsam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 20 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
kontakt@absammuseum.at

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
BIC: RZTIAT 22200

Impressum
Datenschutzerklärung